Die Geschichte des Gasthaus zum Rössle

Die Geschichte des Gasthauses Zum Rössle beginnt mit der Klostermühle des Priorats St. Ulrich, die zur Abtei St. Peter gehörte. 1706 kaufte Jacob Hug für 300 Gulden die „hinter dem Closterlein liegende Mühle“ und baute 1707 ein neues Mühlengebäude. Nach ihm folgten mehrere Müller, darunter Johann und Josef Dilger (1721/22).

1732 kam es zu einem Brand, der „in der Küche gegen der Wasserstube“ ausbrach und – laut Überlieferung – nach einem Wallfahrtsgelübde des Müllers auf wunderbare Weise zurückging. 1735 errichtete Dominikus Hummel aus St. Peter die Mühle neu und erhielt 1742 das Erblehen, inklusive der wichtigen Wirt-, Back- und Metzgereigerechte.

Nach seinem Tod 1759 übernahm Benedict Metzler die Mühle. Er trieb neben Wirtschaft und Mühle regen Handel, verschuldete sich jedoch stark. Auch sein Nachfolger Josef Steyert bereitete der Grundherrschaft Probleme – 1775 erhielt er ein Verbot, an Sonn- und Feiertagen Gäste zu bewirten. 1779 folgte ein strenges Mandat gegen nächtliches Spielen in den Wirtshäusern von St. Ulrich.

Wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten kam es 1790 erneut zur Versteigerung. Josef Riesterer erhielt den Zuschlag, konnte jedoch nicht zahlen. Neuer Besitzer wurde Blasius Schneider aus Horben; die Familie führte Mühle und Wirtschaft bis 1824. Aus dieser Zeit stammt das Wirtshausschild mit der Jahreszahl 1807.

Am 1. Mai 1824 kaufte Josef Mühl aus Muggenbrunn das Anwesen für 3600 Gulden. Das Haus umfasste Mühle, Wirtschaft, Stallungen und Waschhaus. 1848 übergab er es an seinen Sohn Josef. Zehn Jahre später, 1858, verunglückten Josef und seine Frau Anna tödlich, wovon bis heute ein Gedenkstein zeugt. Ihr Sohn Adolf Mühl übernahm den Betrieb und heiratete 1886 Franziska Schneider.

1919 wurde die alte Mühle abgerissen und die Einrichtung verkauft. 1921 brannte die Scheune samt Gaststall nieder. 1933 übernahm Anna Mühl das Rössle aus dem Erbe ihres Vaters und heiratete 1934 Emil Karle, der im Zweiten Weltkrieg vermisst blieb. Das leerstehende Mühlengebäude wurde später zum Saal umgebaut.

1995 übergab Anna Karle das Gasthaus an ihre Tochter Helga Sumser. Bereits seit 1994 arbeitet deren Sohn Dominik Sumser als Küchenchef. Renovierungen 1997 und 2000 brachten Wirtschaft, Küche und Gästezimmer auf den neuesten Stand.

Im Jahr 2024 befindet sich das Gasthaus Zum Rössle seit 200 Jahren ununterbrochen in Familienbesitz – ein seltenes und beeindruckendes Jubiläum.